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Transformation des Energiesektors - Baustein Wärmewende

Die kommunale Wärmeplanung (KWP) versteht sich als Leitplanung für das gesamte Gemeindegebiet. Als strategisches Planungsinstrument dient sie einer nachhaltigen, integrierten Entwicklung und kann maßgeblich zur Versorgungssicherheit und Importunabhängigkeit beitragen. Städte und Gemeinden können auf dieser Basis einen eigenen Fahrplan für eine klimaneutrale Wärmeversorgung erarbeiten, der optimal zu den Bedingungen vor Ort passt. Zugleich sollen Bürgerinnen und Bürger Planungssicherheit bei Entscheidungen über die zukünftige Wärmeversorgung erhalten.

In Sachsen-Anhalt haben schon mehr als die Hälfte der Kommunen die Wärmeplanung erstellt (Stand 2026). Sie finden diese Kommunen im Geodatenportal für die Öffentlichkeit.

Phasen der KWP:

Die kommunale Wärmeplanung in Sachsen-Anhalt

Die Herausforderung - Warum brauchen wir eine Wärmewende?

Die Wärmewende ist ein wesentlicher Baustein der Gestaltung einer klimafreundlichen Zukunft. Mit 49,7% hat der Wärmesektor den höchsten Endenergieverbrauch (Quelle: UBA, AG Energiebilanzen, 2024/02). Für eine erfolgreiche Energiewende muss die Wärmewende mit der Transformation in Strom und Verkehr gekoppelt werden. In den folgenden VR-Szenarien ist dargestellt, wie sich die Wärmeplanung in ein integriertes Energiesystem einbettet und wie die Wärmewende sich auch im Einfamilienhaus darstellt.

Der gesetzliche Rahmen – Was wird konkret vorgegeben?

Vom Bundesgesetz zur landesrechtlichen Umsetzung

Zur Umsetzung der Energiewende trat zum 01.01.2024 das WPG - Gesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze in Kraft. Die erste große Etappe ist geschafft: Für Halle und Magdeburg als Kommunen mit über 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern liegen die Wärmepläne nun erfolgreich vor. Darüber hinaus haben auch rund die Hälfte der kleineren Kommunen in Sachsen-Anhalt die Kommunale Wärmeplanung bereits erfolgreich abgeschlossen.

Alle kleinen und mittleren Kommunen, die noch keine Wärmeplanung erstellt haben, müssen die Wärmeplanung bis zum 30.06.2028 abschließen.

In Sachsen-Anhalt ist seit dem 31.03.2026 das Wärmeplanungsausführungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt (WPG-AG LSA) in Kraft. Es enthält u.a. folgende Regelungen:

  • Die Einheits- und Verbandsgemeinden gelten als planungsverantwortliche Stellen nach §45 Abs. 2 Nr. 21 des Kommunalverfassungsgesetzes
  • Die Möglichkeit des Zusammenschlusses mehrerer Einheits- bzw. Verbandsgemeinden zu einem Konvoi
  • Die Anzeigepflicht des fertigen Wärmeplans an das MWU in digitaler, maschinenlesbarer Form
  • Den Mehrbelastungsausgleich:
    • interne Verwaltungskosten als Pauschale (bis 20 000 EW – 55 000 €, darüber 110 000 €)
    • Kosten der Beauftragung externer Dienstleister (Spitzabrechnung)
  • Stichtag für beim Statistischen Landesamt Sachsen-Anhalt gemeldete Anzahl der Einwohnerinnen und Einwohner ist der 1. Januar 2024

Übersicht zum Landesgesetz und der Umsetzung:

Unterstützungsangebote der LENA für Kommunen


Online-Datentool

Für die Erstellung der kommunalen Wärmeplanung muss eine Vielzahl an Geo- und Sachdaten gesammelt und aufbereitet werden. Diese Aufgabe unterstützt ein Online-Datentool, das im Auftrag der LENA entwickelt wurde. Hiermit können frei verfügbare Geo- und Sachdaten auf Landes- und Bundesebene mit wenigen Klicks zusammengestellt und heruntergeladen werden. Dazu zählen Daten über Gebäude und ihre Nutzung, Solarpotenziale oder die Abschätzung des Wärmebedarfs in einem Gebiet. Dateninhaber sind unterschiedliche Ministerien und Behörden auf Bundes- und Landesebene, die ihre Daten kostenfrei zur Verfügung stellen. Rückschlüsse auf Daten einzelner Verbraucher können nicht gezogen werden.

Die Nutzung des Datentools ist für alle Kommunen im Land möglich. Hierfür ist eine Registrierung zum Erhalt von individuellen Zugangsdaten notwendig.

Das Projekt wurde gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt aus Mitteln der Digitalstrategie des Landes Sachsen-Anhalt. Aufbauend auf dem KWP-Tool entsteht zurzeit das Projekt Digitaler Zwilling für die Wärmeplanung, das zur zentralen Datendrehscheibe ausgebaut wird.

Zum Datentool

Überblick Wärmeplanung

Mehr Details zu Unterstützungsangeboten der LENA finden Sie hier:

Wir helfen! - Möglichkeiten der externen Unterstützung zur Erstellung der Kommunalen Wärmeplanung; Sibylle Paetow – Fachbereichsleiterin Öffentlicher Sektor, LENA
 

Studie "Datenbereitstellung für die Kommunale Wärmeplanung in Sachsen-Anhalt"

Im Sinne einer Verringerung der volkswirtschaftlichen Transaktionskosten und des Zeitbedarfs für die KWP wurde von der LENA eine Studie in Auftrag gegeben, die eine landesweit anwendbare Methodik zur Erhebung der Grundlagendaten in Sachsen-Anhalt eruiert hat. Neben einer Gegenüberstellung der Anforderungen an die KWP aus der Kommunalrichtlinie und dem Wärmeplanungsgesetz, werden die Datenbedarfe für die Bestands- und Potenzialanalyse detailliert erläutert und visualisiert.

Im beigefügten Anhang A der Studie sind alle verfügbaren Daten in einer Datentabelle aufgelistet. Anhang B enthält Kurz-Formulare, die eine Hilfestellung bei der Datenanfrage aller benötigten, jedoch nicht frei verfügbaren Daten bieten.

Studie "Datenbereitstellung für die Kommunale Wärmeplanung in Sachsen-Anhalt" (Download)

Best Practice bei der kommunalen Wärmeplanung:

Die Erfahrenen - Vorstellung der Wärmeplanung und Erfahrungsbericht aus der Stadt Wolmirstedt; Anja Schmidt - Projektverantwortliche Kommunale Wärmeplanung, Stadt Wolmirstedt

Die Kooperativen - Vorstellung einer Wärmeplanung im Konvoi; Heiko Kaaden - Geschäftsführer Stadtentwicklungsgesellschaft Bitterfeld-Wolfen mbH

Weiterführende Informationen

Auf folgenden Internetseiten erhalten Sie weiterführende Informationen, Studien und praktische Beispiele:

Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende

Landesrecht Sachsen-Anhalt - WPG-AG LSA | Landesnorm Sachsen-Anhalt

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